Kreisklasse 1996
oder
die unendlichen Leiden eines Abteilungsleiters
Die Voraussetzungen
In der Kreisklasse wollten wir im Vorjahr schon oben mitmischen. Das mißlang. Diesmal sollte es aber klappen, denn durch einige glückliche Umstände hatte wir uns ziemlich verstärkt. Die Enkenbacher bekamen erstmals seit Jahrzehnten keine komplette Mannschaft mehr zusammen und meldeten sich aus dem Spielbetrieb ab. Wie es hieß, erstmal für ein Jahr. Die spiellose Zeit wollten aber zwei Enkenbacher bei uns überbrücken. So kamen Otto Jung und Marco Fraleoni zu uns, erstmal nur für ein Jahr. Wir meldeten sie an Brett 3 und 4 an. Vorne blieb Sczech, der oftmals nicht kann und daher als taktische Freisperr-Variante an die 1 kam. Und es kam noch Alfred Walker aus Frankenstein, der von Bekannten den Tip bekommen hatte, doch mal bei uns vorbeizuschauen. Er schaute, blieb und spielte an Brett 2 für die Kreisklasse. Mit Frankie Ostermann, den Bauer-Brothers, Teubner, Bernd und Julian Müller und Matthias Kühle hatten wir eine unglaublich starke Mannschaft zusammen. Es mußte doch möglich sein, unter diesen Umständen - wenn nicht sogar aufzusteigen - doch mindestens unter die ersten Drei zu kommen.
Fischbach 2 gegen Eisenberg
Glücklicherweise wurde das Spiel regulär verloren, denn der neue Bezirksspielleiter, Gregor Johann von den Schachfreunden aus Mehlingen, hätte uns auch einen Sieg aberkennen müssen. Unsere Neuen waren nicht rechtzeitig gemeldet, aber am Start. 0:2 Punkte, das fing ja hervorragend an!
Niederkirchen II gegen Fischbach
Bis auf Fraleoni, Teubner und Goetzke konnten wir auf die ersten Acht zurückgreifen. Das machte sich bezahlt. Die Niederkircher staunten nicht schlecht, als ihnen Punkt für Punkt weggenommen wurde. Bernd Müller, Otto Jung, Al Walker und Frankieboy machten die Punkte. Sigi Szcech und die Bauer-Brothers immerhin noch Remis. Nun lief alles wie geplant. War man auf dem Weg nach oben? 2:2 Punkte.
Fischbach gegen Bann III
Das war der Titelfavorit in der Kreisklasse. Wenn der geschlagen wurde, war die Niederlage gegen Eisenberg vergessen. Leider aber sollte es nicht sein. Nicht nur, daß seit langen Monaten erstmals wieder Christoph Lay für uns antrat, Matthias Kühle spielen mußte und die Bauer-Brothers nicht da waren, auch die Spitzenbretter verloren unerwartet. Al und Otto mußten die Segel streichen, Matze und Chrissie ebenfalls. Der taktische Sczech verlor kampflos, da half nichts mehr. Fraleoni, der sich breitschlagen ließ, auszuhelfen obwohl mitten in den Prüfungen, kämpfte nach Materialverlust noch wie ein Tier und gewann. Frankie machte Remis, allerdings ein aus Angst vom Gegner geschenktes. Sein Gegner hatte echtes Jonas-Format. Und es gewann Uwe Goetzke, nach langer Abstinenz vom Schach wegen Arbeitsüberlastung hatte er mal wieder Zeit. Das ließ für die Zukunft hoffen. Nach drei Spielen 2:4 Punkte, das war sehr wenig, verglichen mit dem Saisonziel.
Erfenbach gegen Fischbach
Die vierte schwere Mannschaft hintereinander. In Erfenbach spielte immerhin ein Fink mit 1747 am ersten Brett. Wieder war die Mannschaft nicht in Bestbesetzung. Julian Müller, der gegen Niederkirchen kläglich versagte, machte ein großes Spiel. Vom AL gezwungen, statt Remis zu machen weiterzuspielen, gewann sein Spiel nach feiner Leistung. Ebenso Georg Bauer. Doch vorne wurde diesmal alles verloren. Al, gewohnheitsmäßig Otto Jung, überraschend Frank Ostermann, der sich nach dem Spiel bis Ende Dezember abmeldete. Bernd Müller hatte wieder als erstes gewonnen und Matze verlor sein Spiel auch wenig überzeugend. 3:5 also und wenn die Mannschaft die normal zu erwartende Leistung gebracht hätte, müßte der Sieg unser gewesen sein. So wuchs sich unser Fehlstart langsam aus, es wurde fast schon peinlich.
Fischbach gegen SK KL 05
Auf dem Papier die letzte noch halbwegs ernst zu nehmende Mannschaft. Von da an sollte der Sturmlauf wenigstens noch ins vordere Mittelfeld gelingen. So dachte der verzweifelte AL. Zumal endlich wieder eine der bestmöglichen Mannschaften aufgestellt werden konnte. Die ersten drei Bretter fuhren 1:3 Punkte ein, trotzdem war nach den Siegen von Müller und dem kampflosen Punkt von Christoph Bauer noch alles drin. Nachdem auch Georg verloren hatte, lag aber wenigstens noch ein Punkt in der Luft, den Chrissie Lay stand voll auf Sieg. Doch plötzlich zeigte er Nerven und ließ sich auf eine Schachgebotsschieberei ein, die gar nicht nötig war. Statt abzutauschen und alles klar zu machen, flüchtete sein König ins Verderben. Aus Verzweiflung hatte ihn der Gegner doch noch Matt gesetzt. 3:5 und nun war man fast am Tabellenende angelangt. Der einzige Trost war, daß nun die leichten Gegner kommen würden. Im letzten Spiel des Jahres ging es nach Mehlingen. Diese Mannschaft sollte nun wirklich zu bezwingen sein. Die alten Mehlinger hatten beileibe keine Mannschaft vor der wir uns fürchten mußten.
Mehlingen 1937 gegen Fischbach
Im Vorfeld kamen dem leidgeprüften AL doch schon leichte Bedenken. Bernd Müller sagte ab, Sczech konnte nicht, Dr.Teubner war in Brüssel, Ostermann im Prüfungsstreß, Goetzke in München, Georg Bauer in Frankreich und Chrissie hatte einen anderen Termin. So bekam er nicht einmal acht Mann zusammen. Dafür wurde Marco Fraleoni reaktiviert und Steffen Lay mußte spielen. Bei der Weihnachtsfeier des Sportvereins saß Kühle also am Tisch und seine Umgebung dachte, er schreibt die Ereignisse mit, wegen eines Berichtes fürs Amtsblatt. Dabei versuchte er nur, die Mannschaft so aufzustellen, daß sie trotzdem noch Siegchancen haben würde. Auf dem Papier sah alles garnicht so schlecht aus, Sonntag früh fuhr man dann auch gedämpft erwartungsfreudig nach Mehlingen.
Vor Spielbeginn stand es 1:0 für den Feind und alles würde darauf ankommen, wie sich die hinteren Bretter aus der Affäre ziehen würden. Wenige Minuten später war es klar: Schlecht! Viel zu belanglos waren die Züge unserer Jungstars Matze und Steffen. Damit stand es 3:0, Julians bis dahin offen gehaltenes Spiel kippte erst am ende für den Gegner, also 4:0 und wir konnten allerhöchstens noch einen Punkt holen. Der vollständig erschütterte AL raufte sich die vorletzten Haare, wobei ihm die Sache einfach gemacht wurde, sie standen sowieso reihenweise zu Berge.