10 Jahre Schach in Fischbach
J.K. Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Fans. Vor zehn Jahren wurde in Fischbach der Schachclub gegründet. Die Umstände waren merkwürdig, wie überhaupt vieles an diesem neuen Verein. Merkwürdig war schon die Konstellation Kühle, Theo Gimbel und der Urige Keller. Trotz der großen Sympathiewelle, auf die der Verein von Anfang an schwamm, darf man nicht übersehen, daß das ganze eigentlich mehr ein Experiment war. Wer hätte im Ernst damals geglaubt, daß es Schach als Club in Fischbach noch nach zehn Jahren gibt? Wohl nur ich, denn bei der Auswahl des Gründungstages achtete ich bereits darauf, daß dieser ein Feiertag sei, damit wir jedes Jubiläum ordentlich feiern können. Aber sicher war ich auch nicht.
Für alle, die es interessiert, hier noch einmal die Story des Clubs.
Angefangen hat alles mit Fußball. Nachdem wir Kühles im März 1983 aus Berlin nach Hochspeyer gezogen waren, schloß ich mich (als Wahlfischbacher) dem Fischbacher Sportverein an. Meine Abteilung waren die Fußballer der Alten Herren. Nach dem Training der AH Dienstags war es mehr oder weniger Sitte, noch zu Theo in den Urigen Keller zu gehen. Theo und ich verstanden uns damals sehr gut. Er half mir, ich half ihm und ich war natürlich auch nach dem Training im Keller. Dort im Keller wurde beim Karten über alles gesprochen, was zur Zeit die Leute bewegte. Wie das nun mal so ist, das wird an jedem Stammtisch so gemacht. Das Spiel, das IN war, hieß Bauerchen. Das Spiel geht schnell und man kann ruhig dabei mal was trinken, ohne daß man gleich die Übersicht verliert. Vier Mann sind immer ein Runde und es blieb nicht aus, daß mal einer oder zweie übrig blieben, die dann zusahen und Kommentare gaben.
Irgendwie kam das Gespräch dann mal auf Schach. Und als Uwe Schneider
und ich eines Tages mal übrig waren, ließen wir uns von Theo
ein Schachbrett bringen und spielten versuchsweise mal Schach. Von da an
spielten wir jeden Dienstag. Das muß man sich einmal bildlich vorstellen.
Der schöne, aber verräucherte Gewölbekeller ist mit zehn
bis zwölf Personen ganz gut gefüllt. Man sitzt an den bekannten
Biertischgarnituren. Links von den beiden Schachspielern sitzt eine Bauerchen-Runde,
recht von ihnen auch eine. Auf dem Schachbrett hopsen die Figuren bei jedem
Trumpf, der auf den Tisch gehauen wird. Reichlich genossene Gerstenbrause
macht die Stimmen der Kartenspieler auch nicht gerade leiser. Aber stur
sitzen sich zwei gegenüber und starren auf die Holzfiguren, die vor
ihnen auf dem Brett mal stehen, mal tanzen. Ab und zu fassen sie mal eine
Figur an und stellen sie irgendwo anders hin. Nach ungefähr anderthalb
Stunden reichen sie sich die Hand und sagen: »Mann, war das wieder
spannend!« oder »Fast hätte ich Dich gehabt.« und
»Das habe ich gemerkt, darum habe ich ja vorhin so und so und so
gespielt!« Und so weiter. Die Kartenspieler wollen es gar nicht glauben,
daß man so abschalten kann.
Das war der Anfang. Von da an nahm das Interesse an Schach zu. Ab September 1983 gab ich im Evangelischen Gemeindezentrum Hochspeyer Schachunterricht für Kinder und Jugendliche. Ich hatte mich mal mit meinem Freund Karl-Friedrich Weber, unserem damaligen Pfarrer, über Jugendarbeit unterhalten. Ich sagte, ich würde ja auch gerne irgendwas tun, denn Jugendarbeit ist eine schöne Sache. Das einzige, was ich aber kann, ist Schach und dazu müßte man erst ein paar Spiele haben.
Pfarrer Weber nahm mich beim Wort, schnell waren ein paar Spiele angeschafft.
Der Erfolg war groß. Es kamen viele Fischbacher, darunter auch Theos
Sohn, der recht gut spielte.
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| Bernd Dessauer, bis 1989
hoffnungsvolles Mitglied
des Clubs und unser unvergessener Freund und Mitgründer des Clubs, Bernhard Kleer |
Der Bürgermeister Philipp Ruby verleiht den Wanderpokal an Franz Braun aus Hochspeyer, der diesen insgesamt zweimal gewinnen konnte. |
An irgendeinem Dienstag kamen wir dann mal darauf, daß man ja vielleicht einen Club gründen könnte. Zehn Mann müßten doch zu finden sein. Dann begannen wir, die Sache genauer zu durchleuchten und zu planen. Am Ende kam heraus: Theo tritt als Mäzen auf. Er kauft die Schachspiele, die Uhren, das Demonstrationsbrett für den Unterricht, stellt Raum und Heizung und ich regele den Clubbetrieb und mache das technische. Bei dem ganzen Hin und Her wurden die Mitglieder in spe schon ungeduldig, aber dann war es so weit: Wir bestellten die Schachspiele, kündigten im Amtsblatt den Termin der Clubgründung an und harrten dann am 1. Mai ab halb Zehn im Keller der Dinge, die da kommen würden.
Sie kamen.
Der Keller war schon gerammelt voll, als Theo und ich dann um 10.00
Uhr draußen auf einem Tisch die Spielgarnituren und das Vereinsschild
(natürlich handmade by Kühle) präsentierten. Dann wurde
den Versammelten kurz der Sinn der Vereinsgründung erläutert
und danach der Verein als gegründet erklärt. Man begann im Keller
mit der Aufnahme der Mitglieder. Um 11.00 Uhr wählten bereits 27 Mitglieder
den provisorischen Vorstand.
Direkt daran begann an allen verfügbaren Brettern das Schachspielen.
Bis zum Nachmittag hatten wir 39 Mitglieder aufgenommen.
Das hätte ich beim besten Willen nicht erwartet, obwohl ich eigentlich
sonst immer zu optimistisch bin. Nun eröffneten sich natürlich
noch ganz andere Möglichkeiten. Nun könnte man ja tatsächlich
ganz ernsthaft einen Verein mit Mannschaften, einer Jugendabteilung betreiben.
Diese unerwartete Resonanz faßte ich vom ersten Moment als Verpflichtung
auf. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die den Verein mitgegründet
hatten, durfte ich nicht enttäuschen. Aber das lag alles noch in der
Zukunft, erst einmal war zu klären, was die Mitglieder wollten.
Unsere Entwicklung ging weiter. Ende Mai waren wir 47, am 1. Juli 51 Mitglieder. Im September waren wir 55 und Ende Februar 1985 trat Mitglied Nummer 64 ein! Das waren natürlich alles keine aktiven Schachspieler. Das waren teilweise Leute, die von Schach gar keine Ahnung hatten. Aber sie wollten uns mit ihrem Beitrag fördern, den Schachclub unterstützen.
Gleich nach der Gründung veranstalteten wir ein Simultanturnier.
Der 1. Vorsitzende des Pfälzischen Schachbundes, Klaus Kehrein, kam
dankenswerter Weise zu unserer Veranstaltung. Er spielte gegen 12 Mann
gleichzeitig und verlor nur 2 Partien. Der Jubel bei unseren Siegern war
natürlich groß. War es doch unser allererster Erfolg gegen einen
auswärtigen Gegner. Am 30. Mai starteten wir die Vereinsmeisterschaft.
Dann meldeten wir uns beim Schachbund für die nächste Punktspielrunde
an. Wir waren 15 Mann, die ernsthaft unter allen denkbaren Umständen
Schach spielen wollten. Von Anfang an meldeten wir 2
Mannschaften. Auch bei den zu erwartenden Niederlagen schätze ich
die gewonnene Spielpraxis für 12 Mann höher ein, als das Risiko,
ab Mitte der Saison vielleicht nur noch mit einer Mannschaft antreten zu
können. Mit mir waren alle, die ernsthaft spielen wollten, dagegen
war Theo und er wurde überstimmt.
Das hinterließ bei ihm eine Wunde, die nicht mehr richtig zuheilte.
Bis zum 6. Juli fand unser Schachabend immer Mittwochs statt. Dann verlegten wir ihn auf Freitag. Ein Erfolg, denn es hat sich erwiesen, daß der Tag besser ist. Leider verloren wir dadurch unseren Freund Dieter Dähnick. Die Generalprobe für den Rundenstart hatten wir in Eisenberg, wo wir ein Freundschaftsspiel bestritten. Wir verloren erwartungsgemäß, im Blättchen stand » . . . knapp mit 2:8.« Dann kam der Start zur ersten Saison, beide Mannschaften spielten zuerst gegeneinander. Die Erste gewann mit 3,5:2,5. Kurz davor gab es internen Krach zwischen Theo und dem Club. Es war wie bei einer Scheidung. Eine Reihe von Kleinigkeiten auch von entgegengesetzten Erwartungen machten uns allergisch gegeneinander. Es war nun klar, daß wir uns trennen würden. Fairerweise ließ uns Theo aber unsere ersten Heimspiele noch im Keller austragen.
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| Unser neuer aus Enkenbach, der Polizeihauptkommissar
Sigfried Szcech. Er kam durch die Spiele bei der BePo auf den Geschmack. |
Eine Pokalverleihung aus dem Jahre
1991.
Wolfgang Ditscher, wohnhaft in Hochspeyer aber in Bann höherklassig spielend gewann den Pokal |
Inzwischen waren wir ein eingetragener Verein, der dritte in Fischbach. Obwohl wir uns nun von Theo trennten, muß man eines festhalten: Ohne Theo hätte es keinen Schachclub in Fischbach gegeben. Das bleibt sein Verdienst.
Auf der Suche nach einem Ausweichquartier gab nur zwei vernünftige
Möglichkeiten. Entweder gingen wir nach Hochspeyer, wo uns Karl-Friedrich
Weber spontan Unterkunft auf Dauer zugesagt hatte. Oder wir bleiben in
Fischbach und dort möglichst in die Mehrzweckhalle. Pfarrer Weber
hatte Verständnis dafür, daß wir auf jeden Fall in Fischbach
bleiben wollten. Die beiden Fischbacher Gaststätten konnten uns leider
nicht weiterhelfen, was die Räumlichkeiten betraf. Denn wir brauchen
relativ viel Platz und auch Ruhe, zumindest bei den Punktspielen. Alle
6 bis 8 Wochen brauchten wir Sonntags früh um 9.00 Uhr geeignete Räume,
das war die Schwierigkeit.
Unsere Hoffnung war der Thekenraum der Mehrzweckhalle. Nach Erkundung aller Möglichkeiten blieb nur eine übrig, denn die Besitzanteile der Halle sind notariell festgeschrieben, der Anschluß als Abteilung an den Sportverein. Als eigenständiger Verein konnte sich der Schachclub die Halle nicht leisten. Unsere Vorleistungen waren gering. Wir müssen uns als Verein auflösen und alle unsere Mitglieder müssen, soweit sie noch keine Mitglieder sind, dem Sportverein Fischbach beitreten. Außerdem müssen wir den Namen »Kellerschach Fischbach« ablegen, können aber als Abteilung einen eigenen Namen führen. So setzten sich dann, nachdem dies vorgegeben war, die Offiziellen beider Vereine zusammen und handelten folgende Punkte aus.
1. Kellerschach löst sich auf.Damit war allen Wünschen unsererseits und seitens des SV Rechnung getragen. Nun hatten wir auch die Ruhe, um uns sportlich weiter zu entwickeln. Doch erst einmal stagnierten wir in dieser Hinsicht etwas. Nach dem Tiefpunkt 1986 (letzter Platz der Kreisklasse) wachte ich wieder einmal auf.
2. Der Schachclub schließt sich ab 1. Januar 1985 dem Sportverein an.
3. Die Abteilung erhält den Namen »1. Schachclub SV Fischbach 1984«
4. Wir sind allen anderen Mitgliedern des SV gleichgestellt und zahlen auch den gleichen Mitgliedsbeitrag.
5. Wir beteiligen uns an allen Wirtschafts- und sonstigen Diensten.
Der Landratspokal wurde ins Leben gerufen. Rudolf Tartter, der damalige Landrat, wurde zur Stiftung gewonnen. Dabei nutzte ich natürlich etwas die Tatsache aus, daß Rudolf Tartter immer gerne nach Fischbach kam und deshalb die Chance der Zustimmung recht groß war. Es klappte, er sagte seine Unterstützung zu. Eigenmächtig wie oft, aber wie immer in bester Absicht, erhöhte ich dann seine Spende aus Clubmitteln und kaufte den größten Pokal, den man damals in Kaiserslautern bekommen konnte, denn im Auge hatte ich einen längjährigen Wanderpokal. Der Erfolg gab mir Jahre später recht. In diesem Jahr wird der Pokal zum achten Mal ausgespielt. Wir hatten durch diesen Pokal schon Regionalligaspieler in Fischbach, die sonst niemals hierher gekommen wären. Einer der Höhepunkte, auch gesellschaftlicher Art, war die Einladung des scheidenden Landrates nach Elschbach zur Sportlerehrung. Er wollte unbedingt einmal seinen schönen Pokal in der Hand halten und lud uns dafür - etwas außerhalb der Reihe - zu dieser Ehrung ein.
Der
neue Landrat, Rolf Künne, war hocherfreut, als wir ihn fragten, ob
er den Pokal weiterführen wolle. Im vorigen Jahr kam er sogar ins
Bürgerhaus nach Fischbach, wo er die Siegerehrung zusammen mit Bürgermeister
Geigenberger vornahm. Weit über die vorgesehene Zeit hielt er sich
bei uns auf und sah sich auch unser neu erstelltes Schach-Fotoalbum an.
Das hat uns schon gefreut, das gebe ich hier gerne zu. Auch zur Internationalen
Deutschen Meisterschaft der Problemlöser war er der erste, der uns
sein Kommen zusagte und uns großzügige Unterstützung zuteil
werden ließ.
Wo wir gerade beim gesellschaftlichen sind: Daß der Kerweumzug seit drei Jahren größer und schöner wird, ist mit unser Verdienst. Eigentliche Auslöser waren die »Pferdefreunde Fischbach«, die sich 1991 das erste Mal an den Umzug anhängten. Dieses Beispiel fand ich so schön, daß bei mir sofort feststand, daß wir ein Jahr später dabei sein würden. Heinz Brentzel stellte uns einen seiner schönen Lanz-Bulldogs mitsamt passendem Anhänger zur Verfügung. »Itze« Gimbel wurde als Fahrer gewonnen und bei einer passenden Vorstandssitzung die Absicht der Schachabteilung bekannt gegeben. Das hatte Folgen. Der Vorstand beteiligte sich auch mit einem eigenen Wagen. Dazu kam noch ein Wagen von Rosario, der solche Gelegenheiten immer gerne ergreift. So kam es, daß 1992 bereits 4 Gespanne den Straußbuben beim Kerweumzug folgten.
Richtig explodierte aber der Umzug erst im vorigen Jahr, 1993. Ein schier endloser Zug war es, der nun zusammengestellt wurde. Reihenweise gute Ideen, man denke nur an die Cabrios oder an das Hundeges-pann, belebten die Szene. Und mittendrin wir, diesmal mit dem herrlichen Deutz-Bulldog und einem passenden Hänger, wieder mit Itze Gimbel als Fahrer und vielen Kindern auf dem Wagen. Für diesen Zug wurde extra die Streckenführung geändert, die alte Strecke war viel zu kurz.
Seit zwei Jahren dabei war dann auch unsere Schachfahne. Sie sollte erneut unsere Verbundenheit mit dem Sportverein demonstrieren. Gefertigt wurde sie von Heidi Dietrich, die für solche Arbeiten bekanntermaßen »ein Händchen« hat. Daher sieht sie auch richtig professionell aus. Weißroter Glanzstoff, die traditionellen Fischbacher Sportlerfarben, in der Mitte das große SVF-Wappen und, als einzigem Hinweis auf unsere Abteilung, ein angedeutetes Schachbrett in der linken oberen Ecke, das ist unsere »Schachfahne«. Sie wird auch während der Internationalen Meisterschaft in der Mehrzweckhalle hängen.
Weiter mit dem Sportlichen. Unsere Spielstärke erhöhte sich laufend. 1990 war es soweit: Wir wurden, nach einem verlustpunktfreien Sturmlauf durch die Saison Meister und stiegen in die Bezirksklasse auf. Das Ziel, innerhalb der nächsten zwei Jahre aufzusteigen, vor ungläubigen Clubmitgliedern bei der alle zwei Jahre stattfindenden Clubversammlung mit Abteilungsleiterwahlen gefordert, war ein Jahr eher erreicht worden. Mit Manschetten gingen wir in die neue Saison, leider zu zaghaft. Am Schluß fehlte uns nur ein Punkt zum Klassenerhalt, aber es reichte nicht. Nun wollten wir es wissen. Wieder wurde der Aufstieg angepeilt. Im allerletzten Saisonspiel kam es zur entscheidenden Begegnung zwischen Mehlingen I (15:1 Punkte) und uns (14:2). Mit dem knappsten aller Siege wurden wir zum zweiten Male Meister, der Jubel kannte fast keine Grenzen. Die folgende Saison sah uns etwas erfolgreicher, wir hielten die Klasse. In diesem Jahr haben wir 9:7 Punkte bei noch einem ausstehendem Spiel und haben zwei Partien etwas unglücklich verloren. Also kann die Forderung eigentlich nur sein: Aufstieg in den nächsten drei Jahren.
Die Kinder- und Jugendarbeit war von Anfang an erfreulich. Gekrönt
wurde sie im vorigen Jahr mit dem zweiten Platz Stefan Uhrmachers beim
Landratspokal. Stefan ist aus Hochspeyer und seit 6 Jahren dabei. Weitere
starke Spieler aus der Kindermannschaft werden bald in die Erste wechseln
können: Julian Müller, Georg und Christoph Bauer, Matthias Kühle,
Christoph Lay und Sascha Keller um nur die besten zu nennen, sind - teilweise
mit Unterbrechungen - seit vielen Jahren dabei. Sie haben ihre Erfahrungen
in den letzten beiden Jahren gemacht, als sie auf sich alleine gestellt
in der Kreisklasse spielten. Diese schwere Zeit mit vielen Niederlagen
hat sich aber ausgezahlt. 1986 hatten wir bereits Bezirksjugendmeisterschaften
in Fischbach, 1988 schon wieder und 1990 erneut.
Beteiligt haben wir uns noch an solchen in Eisenberg und in Enkenbach.
Gespielt haben wir auch bei der Bereitschaftspolizei, bei der wir auch an einem Tag der Offenen Tür in der Sparte Hobbys unseren Schachclub präsentierten. Von der BePo gewannen wir 2 Pokale, 1988 und 1990. Mit der BePo kam auch Farbe ins Spiel: 1989 spielte bei uns ein Offizier der ruandischen Polizei, der hier für ein Jahr zur Ausbildung war. Freitag abends wurde er von einem Polizeiauto gebracht und nach Mitternacht wieder abgeholt. Mit Jean de Dieu Nizeyimana schafften wir den ersten Aufstieg. Von der BePo kommt auch unser Spieler Siegfried »Sigi« Sczech, der seit Anfang dieser Saison in der zweiten Mannschaft spielt.
Wer ist aus der Gründungszeit noch aktiv dabei? Nun, selbstverständlich ich, dann Alexander Helf, Frank Ostermann und Matthias Kühle (der war allerdings erst 1 ½ Jahre alt, als er - sozusagen taktisch - angemeldet wurde). Im Jahr 1984 noch eingetreten und aktiv sind der sagenhafte Bernd Müller, Peter Schäfer und Norbert Isigkeit. Man sieht also, allzuviele sind es nicht, aber heute sind wir mehr Aktive, wie jemals zuvor. Angemeldet sind 28 Schachspieler von denen in dieser Saison 26 mindestens einmal bisher gespielt haben. Und es tut sich etwas. Schach ist im Aufwind. 14 Spieler sind Fischbacher, 10 sind aus Hochspeyer, je einer aus Enkenbach und Otterbach.
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| Der Schachclub 1993 beim
Umzug. Schön zu erkennen ist die Fahne des Clubs.
Den Kindern hat es natürlich Spaß gemacht, die Besatzung des Anhängers wechselte ständig, da der lange Zug sehr interessant war. |
Das ist unser "Studente'kopp"
beim Aufstellen der Figuren für einen
Mannschaftskampf Sonntags in der Mehrzweckhalle. Unsere Freunde vom Singkreis Fischbach haben uns für diesen Zweck die Benutzung des Musikzimmers gestattet. |
Vor vier Jahren sprachen wir intern einmal von der Möglichkeit, eine Deutsche Meisterschaft in Fischbach auszurichten. Bloß welche. Die allererste Idee hatte ich bereits 1984, wo es nur knapp scheiterte, die Deutschen Damenschach-Meisterschaften in Fischbach durchzuführen. Im Grunde nur deshalb, weil Theo darauf bestand, im Keller zu spielen und absolut nicht in die Mehrzweckhalle (die damals ja noch Miete gekostet hätte für die beiden Tage) wollte. Unser Peter Schäfer bekam, als er wieder einmal auf seine Problemlösemeisterschaften fuhr, den Auftrag, eine solche Möglichkeit für uns zu erkunden. Er kam mit guten Nachrichten wieder und so konnten wir in die Planung einsteigen. Ende 1991 stand dann auch schon fest, daß wir als Ausrichter akzeptiert werden, nur lag uns noch nichts schriftliches vor. 1992 erfüllte man dann unsere Bitte nach einer schriftlichen Zusage für das Jahr 1994. Damit war klar: In unserem Jubiläumsjahr hatten wir eine große Veranstaltung hier in Fischbach. Nur der Rahmen war uns noch nicht klar. Bei dem Interesse, das wir bei normaler Durchführung erwarteten, käme kein einziger Außenstehender. Damit waren wir natürlich nicht zufrieden.
Nachdem mir Norbert Isigkeit zugesagt hatte, die Organisation zu leiten, konnte ich mich beruhigt fühlen: Hatte ich doch den besten Mann für diese Tätigkeit damit gewonnen. Im April 1993 fuhren wir zu den 17. Meisterschaften um uns anzusehen, wie die Bayern das machten. Peter Schäfer war dabei. Um ein Haar hätte er sich noch überreden lassen, mitzumachen. Die Further richteten die Meisterschaften sehr gut aus, der Level war aber nicht so hoch angesetzt, daß wir für Fischbach Schwierigkeiten erwarteten. Norbert sah sogar noch Ver-besserungsmöglichkeiten. Ich war vollständig beruhigt. Die Pressearbeit zusammen mit der neuen Schachzeitung würde den Rest machen, auch die 18. Meisterschaften würden gut durchgeführt werden. Und Fischbach hätte seine erste Deutsche Meisterschaft gehabt. Insofern würden wir sogar Neuland betreten, denn das hat es noch nicht gegeben, noch nicht einmal in der Ver-bandsgemeinde.
Ende September meldete sich Manfred Seidel, der Turnierleiter der Meisterschaften wieder bei uns: Aufgrund der deutlichen Überlegenheit der Deutschen bei der Weltmeisterschaft in Bratislava wollten die anderen Nationen bei der DM in Fischbach auch starten. Auf uns käme, wenn wir zusagen würden, dann eine Internationale Deutsche Meisterschaft mit erheblich größerem Aufwand zu. Für mich stand sofort fest, daß dies keine Frage war: Diese Chance, die in diesem Jahrhundert für uns nie wieder kommen würde, müssen wir ergreifen. Norbert, der ja die eigentliche Arbeit damit hatte, war derselben Meinung und so sagten wir zu.
Und so kommt es, daß eine Randsportart, die wir ja zugegebenermaßen sind, für das größte sportliche Ereignis Fischbachs und der Verbandsgemeinde sorgen wird. Es ist dies auch ein Dank an den Verein, der uns so freundlich aufgenommen hat. Es war gut, und es wird auch in Zukunft gut sein, nach Möglichkeit das Angebot des Vereins zu erweitern. Wir stellen die Weichen nicht nur für unsere Abteilung auf Zukunft, davon mitprofitieren werden alle. Denn wer sagt denn, daß andere unserem Beispiel nicht folgen? Jetzt sieht man doch, daß es möglich ist, sportliche Großereignisse auch einmal bei uns durchzuführen. Es muß nur gewollt und gemacht werden.
Mit diesem Rückblick habe ich versucht, einmal für einen kurzen
Moment der hinwegrollenden Zeit in die Speichen zu greifen, in einer Art
Momentaufnahme zu zeigen, was uns bewegt hat und was gemacht haben.
Ich finde, dieser Rückblick läßt uns auf eine lange
Zukunft hoffen.