[Fischbacher Amtsblatt, 1986]

An Spielsonntagen ist man es gewöhnt, in müde Gesichter zu sehen. Doch nie in sehr viele, nur die Mannschaftskameraden sind schon so früh auf und die Zeitungsträger. Diese Woche war es anders. Halb Fischbach war unterwegs, um sich in die Warteliste für die begehrten Karten der PRUNKSITZUNG einzutragen. Da sah man viele müde Gesichter.
Die 2. Mannschaft fuhr zum Tabellennachbarn Post Kaiserslautern. Man erwartete von unserer Seite aus schon mindestens ein Unentschieden. Es stand auch sehr schnell 2:0. Leider nicht für uns, Brett 1,2 und 4 standen allerdings gut, nur Brett 6 ließ Böses vermuten. Es traf ein. Brett 1 und 4 standen verbissen, inzwischen stand nämlich auch Brett 2 auf Verlust. Peter Schäfer (Brett 4) hatte im Endspiel 2 Bauern weniger, ein Sieg war nicht mehr zu vermuten, doch er spielte auf Patt. Da hatte Brett 1 die Chance - Matt in 2 Zügen: Ein voller Punkt für Fischbach II lag in der Luft. Dort blieb er auch. Allerdings reichte es noch zum Remis, während Brett 4 leider verlor. Ergebnis 0,5:5,5.
Auf der Rückfahrt (5 Mann in der bekannten Roten Kirsche) wurde der kleine Fiat noch zum mobilen Vereinslokal. Es fand die längst überfällige Kapitänswahl statt. Frank Ostermann ist der neue Mannschaftskapitän, er wurde mit 4:0 Stimmen (bei einer Enthaltung) gewählt.
In Winnweiler stand es durch ein leeres Brett und eine 8-Minuten-Partie ebenfalls gleich 2:0 für den Gastgeber. Unser Spitzenbrett, in dieser Saison kaum zu schlagen, mußte ebenfalls die Segel streichen. Uwe Schneider, der uns dankenswerter Weise wieder einmal aushalf, fehlte etwas Training, sonst hätte er bestimmt nicht verloren. 0:4 also. Alexander Helf rettete in unterlegener Stellung noch ein Remis. Aber Fischbach war an diesem Tag nicht sieglos. Der alte Haudegen Bernd Müller brauchte zwar wieder ein Gerstenzündung zwischendurch, aber er schaffte es. Im Endspiel rang er seinen Feind nieder. Ergebnis 1,5:4,5
Sportler müssen verlieren können. Wir sind sehr sportlich!
Der nächste Spieltag wäre der 2. Februar gewesen. Aber wir haben ja faire Mannschaften in unserer Gruppe. Nachdem die 1. Mannschaft schon vor 14 Tagen für ihr Spiel gegen Bann einen Ausweichtermin bekam, hat nun auch Erfenbach zugesagt, das Spiel zu verlegen. Einen herzlichen Dank an beide Vereine - nun kann der Schachclub unbeschwert zur PRUNKSITZUNG gehen. Wahrscheinlich wird das, schachlich gesehen, eine Hängepartie mit Wiederaufnahme am nächsten Tag.
Nun aber erstmal bis Freitag, 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle.