Für diese Spieler ist der folgende Artikel gedacht. Nun lest doch mal, was uns Clubspielern mitunter passiert. In der Meisterschaft, in den Kreisklassenkämpfen.
Während der laufenden Meisterschaft hatte unser Meister von 1985, Manfred Kraus, schon eine Menge Glück gehabt. Alexander Helf hatte ihn am Rande der Niederlage. An der Uhr war das Blättchen schon gefallen. Nur, ein Außenstehender darf nichts sagen und Alexander merkte nichts. So setzte Kraus Matt und war dem neuen Titel ein Stück näher gekommen. Denn schon früh hatte sich heraus kristallisiert, daß nur er und Dennis Whitcomb ernsthaft in Frage kommen würden. Gegen Michael Mayer sah Kraus ganz schlecht aus. Vor allem wegen seines Zeitverbrauches. Mayer hatte die bessere Stellung und Figurenvorteil und noch 45 Minuten Zeit, Kraus nur noch 4 Minuten. In diesen 4 Minuten zog er gegen alle Gewohnheit unheimlich schnell. Mayer, der Zeit hatte, zog schnell mit. Und kam in Nachteil. Und zog weiter schnell mit und verlor.
Dann kam Kühle. Der hatte bereits im allerersten Meisterschaftsspiel keine rechte Einstellung gefunden und trotz Riesenvorteils verloren. Danach hatte er ohne rechte Biß die nächsten Runden gespielt. Doch gegen Kraus wollte er unbedingt gewinnen, da war noch eine alte Rechnung offen. Vehement begann er. Kraus antwortete vorsichtig, vielleicht etwas zu routinehaft, aber dafür lag er in der Zeit so gut wie noch nie. Kühle hatte offensichtlichen Stellungsvorteil und witterte eine Riesenmöglichkeit. Wenn Kraus auf den Damenzug nicht richtig antwortete, dann war ein Matt drin. Kraus antwortete nicht richtig und Kühle rief: "Matt in zwei Zügen!" Kraus starrte auf's Brett, überlegte und reichte Kühle die Hand. "Nun gut, das hab ich nicht gesehen."
Nun denn. Am nächsten Tag wollte der Sieger das nochmal nachvollziehen (die Partie war ja mitgeschrieben). Er stellte die Figuren auf, nahm die Notation zur Hand und begann. Die Züge wurden nachgespielt, es kam die drohend Mattstellung. Aber Moment mal, wenn Schwarz mit dem Läufer schlug... - Mensch, das war ja überhaupt nicht Matt. Das war ja höchstens Figuren-Vorteil.
Wochen später - die Meisterschaft war längst entschieden - erzählte er es im Club. Erst wollte man ihm nicht glauben, aber dann gab es natürlich ein homerisches Gelächter. Nur Schäfer meinte, das habe er doch gleich gesehen, bloß wollte er nichts sagen.
|
|
xd5
und sagte ein Matt in 2 Zügen an:
17... exd5
18.
h6
xe5
(Gegenzug egal)
19.
g7 #
Schwarz gab auf.
xe5
18.
xe5
exd5
bzw.
18.
xe5
f6 !
noch retten können.
Der erste Zug Turm auf die Grundlinie, Schach! König nimmt
Turm!
Der zweite Zug Dame zieht quer, Schach! Schwarze Dame zieht
quer, Schach zuende!!!
Der dritte Zug fand im Rahmen dieses Matts nicht mehr statt,
denn damit war das Matt in 4 Zügen bereits in sich zusammengebrochen,
15 Mann [Anm.d.Red.: 14 Mann & 1 Frau] lachten teilweise sehr herzlich.
Der sechzehnte aber grübelte "Wie war das denn möglich?" Denallereinfachsten
Zug nach 10 Minuten Überlegung übersehen und dadurch den Turm
sinnlos weggeworfen.
Gott sei Dank, er fing sich wieder. Der zuvor erreichte Vorteil reichte aus, um am Ende doch noch zu gewinnen.
Aber die Blamage.