[Vereinszeitung 1998, Jürgen Kühle]
 

Die Clubmeisterschaft 1997 oder 
Wer stoppt Al Walker ?

Die Lage war klar, jeder wollte den Meister von 1996, Alfred Walker, stoppen. Dieser hatte es gewagt gleich bei seiner ersten Meisterschaftsteilnahme den höchsten Fischbacher Schachtitel zu gewinnen. Er schlug alle Favoriten und mußte sich nur Peter Schäfer und Clocki Uhrmacher geschlagen geben. Diese wiederum verloren auch ein paar Spiele, so daß Al überlegen Clubmeister wurde.

Diese Mal nahmen 12 Spieler teil, zwei ganz neue Mitglieder (Jürgen Fauss und Ralf Becker), zwei Internationale Meister, ein Doppelmeister, mehrere Ex- und Vize- und Vize-Exmeister, ein Titelverteidiger, ein Asienmeister, ein Istanbul-Meister und dazu noch Stefan 'Clocki' Uhrmacher, Gerhard 'Kreiselpumpe' Erlbach, 'Alex' Helf und Jürgen Kühle, dazu noch "Joe Nass" Hoffmann, alias Pienzer, alias Remisenkönig.

Favoriten waren Alex Helf, Peter Schäfer, Alfred Walker und Clocki Uhrmacher. Außenseiterchancen wollte Jonas Hoffmann wahrnehmen diese wurden auch Bernd Müller zugeschrieben. Selbstverständlich ließ Kühle bereits (wie immer) im Vorfeld verkünden, wenn er nicht Meister werde, sei das nur eine Verkettung unglücklichster Umstände.

Erfreulich war, daß mit den Bauer-Brothers auch wieder zumindest ein Teil der Jugend dabei war.

Der erste Spieltag

Die erste Runde brachte gleich das Spitzenduell Schäfer gegen Walker, dieser konnte sich klar durchsetzen und verprügelte Peter geradezu: Eine starke Demonstration des Titelverteidigers. Die beiden neuen, Jürgen Fauss (gegen Helf) und Ralf Becker (gegen Hoffmann) mußten knappen Niederlagen hinnehmen. Bernd schlug Clocki, weil dieser in einer Remisstellung irrtümlich aufgab. So ist das halt bei Bernd, "Glück" ist sein zweiter Vorname. Das einzige Remis des Tages erspielten Georg Bauer und Jürgen Kühle, der damit erstmals seit undenklichen Zeiten keinen echten Fehlstart hinlegte.

Der zweite Spieltag

Das Spitzenspiel dieser Runde war Stefan gegen Jonas. Clocki hatte unglücklich gegen Müller verloren und wollte möglichst ungeschoren davonkommen, während Jonas froh war, wenn er den Anschluß nach vorne würde halten können. Deshalb steuerten die beiden einträchtig auf ein kampfloses Remis zu und produzierten wirklich ein solches. Alfred hatte es dieses Mal mit Kühle zu tun und hatte keinerlei Probleme diesen zu besiegen, Jürgen hatte wahrlich keine Chance gegen einen hervorragend eingestellten Meister. Das Duell der Bauer-Brothers endete gerechterweise auch Remis, so daß wahrscheinlich vorübergehend Georg die Spitze der Remistabelle besetzte. Doch die Sensation schaffte unser "Interner Überschußverwalter" Gerhard Erlbach: Er schlug Alex Helf und stoppte ihn, der unbedingt der Titel wollte, schon im Startloch.

Der dritte Spieltag

Bei einer erneuten Niederlage konnte der AL schonmal sehen, wo er die Ausreden für sein Scheitern diesmal hernimmt. Aber auch Schäfer und Clocki durften sich nichts mehr erlauben. Dazu kam, daß alle Unbeteiligten freudig erregt der Partie Müller-Walker entgegenfieberten, denn wer, wenn nicht Emmchen, sollte Al die erste Niederlage beibringen? Doch der Nimbus hielt nicht lange: Alfred entzauberte Bernd glatt. Jonas hatte gegen Schäfer bereits einen Läufer mehr, also sah er seine Chance gekommen: Ein erbetteltes Remis, hohnlachend von den anderen zur Kenntnis genommen, war sein Lohn. Peter freute sich, Erle zeigte erneut seine Unberechenbarkeit: Er verlor gegen Ralf Becker.

Der vierte Spieltag

Erneut stemmte sich Jonas gegen einen drohenden Sieg: Müller wurde zum Remis überredet, sein drittes in Reihenfolge. Ansonsten gewannen alle Favoriten.

Der fünfte Spieltag

Nun kamen die ersten Knaller: Jonas gewann gegen Alfred Walker auch nicht, sein erstes erkämpftes Remis! Und der AL gewann sein erstes Spiel. Schäfer bügelte Erlbach, der in dieser Saison nur sonntags gut drauf war.

Der sechste Spieltag

beantwortete folgende Frage: Sind Schachspieler bestechlich? Folgende Situation hatte sich abgespielt. Erle forderte vom Angstgegner Bernd Müller, daß dieser vor dem Spiel gegen ihn 4 Bier trinken mußte. Bernd trank, trank, trank und gewann trotzdem. Das war der Höhepunkt schlechthin. Ein völlig konsternierter Erlbach saß vor dem Brett und hatte außer dem Spott die Kosten zu tragen! Damit hatte Alfred in den letzten beiden Runden mehr Punkte gelassen, als in der ganzen vorigen Meisterschaft

Der siebte Spieltag

Jonas gewann sein erstes Spiel nach 5 Remis und er hatte gute Chancen auch seine restlichen Spiele zu gewinnen, denn außer Alex waren alle anderen Gegner hinter ihm plaziert, sein Gegner Erle verabschiedete sich nach dieser Niederlage allerdings aus der Spitzengruppe. Alle anderen führenden Spieler konnten ebenfalls gewinnen, so gab es keine Veränderung an der Spitze.

Der achte Spieltag:

Al Walker gewann locker gegen Ralf, dem scheinbar die Luft auszugehen schien, nachdem er ganz gut gestartet war. Alex behielt die Oberhand gegen Clocki, der wohl etwas von der Rolle war und keinen guten Eindruck bei der Clubmeisterschaft hinterließ. Das "ewige" Bierduell gewann, angeblich durch einen rausgespielten Sieg, Bernd gegen Kühle. Jonas und Peter schlugen die Bauer-Brothers und blieben an den Führenden dran.

Der neunte Spieltag:

Erle verlor erneut, diesmal gegen Al, Kühle mußte sich Jonas geschlagen geben, der nicht einmal Remis anbot, allerdings wurde dieses Spiel in Frankenstein ausgetragen, was Jürgen natürlich gleich als Heimvorteil für Jonas wertete. Zuschauer hatte die Partie auch, woran man erkennen konnte, daß die Partie durchaus einen beachtlichen Stellenwert hatte. Jürgen kam bei Brot, Bier und Wurst schon nach dem zweiten Zug von der Skandinavischen Theorie ab. Ein typisches Ablenkungsmanöver.

Christoph gelang ein rausgespieltes Remis nach der unglaublichen Zugzahl von 2 Halbzügen. Die Spitzenpartie endete Remis zwischen Alex und Peter, so daß Alfred zu Alex aufschließen konnte. Der Zwischenstand:
Al und Alex 7.5 aus 9 vor Jonas und Peter mit 6.5 aus 9 und Clocki mit 6 aus 9.

Der vorletzte Spieltag

Bernd Müller ist doch bestechlich. Al übernahm Bernd Bierrechnung für den Abend (...falls er gewinnen sollte) und der spielte den sichtlich entsetzten Alex förmlich vor. Und da sagt man Bernd Müller sei faul, gegen die richtige 'Währung' macht er praktisch alles möglich. Al gewann gegen Clocki locker, Peter setzte sich gegen Ralf durch und Jonas schlug Bauer-Brother Christoph. Doch trotz dieser Siege war der Meisterzug für die beiden abgefahren, denn Walker mußte in der Schlußrunde nur noch gegen den Tabellenletzten antreten. Auch in der Tabellenmitte war alles klar, Erlbach vor Kühle. Dank eines Sieges konnte Erle sich sicher vor Jürgen schieben, woran dieser auch in der Schlußrunde im direkten Duell nichts mehr würde ändern können.

Fünf Monate später, der letzte Spieltag:

Dank Landratspokal und Bezirkseinzelmeisterschaft verzögerte sich der letzte Spieltag um etwa 5 Monate, theoretisch sollte die Clubmeisterschaft im Dezember enden, aber sie zog sich dann bis Ende Mai hin. Doch das ist man in Fischbach schon gewohnt. Es ging eigentlich um nichts mehr, denn Alfred Walker hatte mit Alexanders Genehmigung die letzte Runde vorgezogen und sicher gegen Georg gewonnen. Damit war er bereits Meister. Ralf und Alex verloren das letzte Spiel kampflos, dadurch wurde Jonas noch Zweiter. Stolz erzählte er allen, die es gar nicht wissen wollten, daß er allein ungeschlagen geblieben war. Jürgen hatte im Duell gegen Erlbach tatsächlich die Oberhand behalten, sich aber in der Endabrechnung doch hinter Erle einreihen müssen. Dritte wurde Peter Schäfer vor Alex Helf.