[Jürgen Kühle, Vereinszeitung 1998]

Ein ganz normaler Abend

oder

Was die Berichte mitunter anrichten

Irgendein Freitag abend, so gegen 21.00 Uhr in der Mehrzweckhalle: Mehr oder weniger friedlich spielen etwas mehr als die normale Besetzung des Clubs, denn die Meisterschaft hat gerade angefangen. Plötzlich tauchen zwei Herren im Thekenraum auf, grüßen, sehen sich um und gehen dann zur Fensterwand und sehen auf die Tischtennisspieler runter. Der AL unterbricht seine Partie für kurze Zeit, um die beiden zu begrüßen. Einer ist im besten Alter, der andere schon ein bißchen weiter. Die beiden haben zwei Fragen: Können wir mal ein bißchen zuschauen ("Ach, Ihr habt Meisterschaft, wir wollen ja nicht stören")? und Können wir ein Bier haben? (Jeder!) - Damit war klar: Die Jungens passen zu uns.

Neulich hatten wir die beiden schon mal gesehen. Bei irgendeinem Turnier, wahrscheinlich in Mehlingen, waren sie auch als Zuschauer da. Nun denn, da sie nicht stören wollten, konnten sie natürlich bleiben. Sie saßen meist an der Theke und blickten rüber, ab und zu spazierten sie auch durch den Raum und betrachteten die laufenden Partien. Ansonsten verhielten sie sich ruhig, nur an der Theke fingen sie an zu tuscheln und wurden hin und wieder etwas lauter. Aber das störte keinen von uns.

Die Zeit verging und eine Partie nach den anderen ging zuende. Das äußert sich bei uns dann so, daß der Lärmpegel unaufhaltsam steigt. Diejenigen, die fertig sind, spielen nämlich in der Regel Partien nach und zeigen dem Gegner, wo sie was vorhatten und was sie alles gesehen haben - und natürlich auch, was nicht und weswegen dann verloren wurde. Analyse nennt man sowas.

Nun wurden auch unsere Besucher munter. Sie liefen hin und her, und diskutierten untereinander und lachten ab und zu. Dann ging einer zum Christoph Bauer und fragte: "Stimmt's, Du bist einer von den Bauer-Brothers?". Wir mußten natürlich lachen und so kam raus, daß sie schon alle richtig eingeordnet hatten. Der da ist bestimmt Peter Schäfer, das da muß der Alex sein. Und "Clocki" haben wir vorhin gehört, das ist der hier. Der AL ist ja klar, das bist Du und Erlbach haben wir schon vom Laden gekannt.
Wie kam das ?

Die beiden Herren, einer heißt German Koppenhöfer und der andere, Horst, ist sein Schwiegervater, sind schachbegeistert, haben viel Schachgeschichte (unter anderem einen Spieler nahe der Großmeisternorm!) in der Familie und lesen seit Jahren unsere Schachberichte, die dank "Pfalzboten" auch in Frankenstein gelesen werden.

Das Ende vom Lied:
Wir sind nun seit über einem halben Jahr drei Personen mehr im Schachclub (und damit im Verein), denn Germans Frau, Heidi, trat auch noch bei uns ein. German spielte schon in der Saison in der zweiten, dritten und vierten Mannschaft aushilfsweise mit recht guten Ergebnissen und Heidi Koppenhöfer wird Stammspielerin in der Zweiten, denn sie zupft einen recht flotten Bauern.

So bescherten und die Schachberichte - nicht zum ersten Mal - außer einem schönen und unterhaltsamen Abend auch noch zwei neue Spieler.