Liebe Mitglieder, liebe Fans,
liebe Freunde. Wie kommt es dazu, daß ein Verein gegründet wird!
Vielleicht interessiert ihr Euch für die Geschichte. Es ist ja nicht
so, daß eines Tages irgendwo in Fischbach oder Umgebund irgend jemand
aufwacht und sich sagt: Heute werde ich mal einen Verein gründen!
Am besten vielleicht sogar einen Schachverein
So ein Verein entsteht nicht
aus dem luftleeren Raum. Dazu gibt es eine Vorgeschichte. Hier ist sie:
Irgendwie kam das Gespräch
dann mal auf Schach. Und als Uwe Schneider und ich eines Tages mal übrig
waren, spielten wir versuchsweise Schach. Von da ab jeden Dienstag.
Das muß man sich mal
vorstellen:
Im verräucherten Gewölbekeller.
Links ein Bauerchen-Runde, rechts eine. Auf dem Schachbrett hopsen die
Figuren bei jedem Trumpf, der auf den Tisch geknallt wird. Reichlich genossene
Gerstenbrause macht die Stimmen der Kartenspieler auch nicht gerade leiser.
Aber stur sitzen sich 2 gegenüber, starren auf die Holzklötzchen,
die auf dem Brett zwischen ihnen stehen und fasssen ab und zu mal so ein
Stückchen Holz an um es einige Felder weiter zu bewegen. Nach ungefähr
anderthalb Stunden reichen sie sich die Hand und sagen: "Mann, was war
das wieder spannend!" - "Fast hätte ich Dich gehabt" - "Das habe ich
gemerkt, darum habe ich ja den und den Zug gemacht." Und so weiter. Die
Kartenspieler fassen es nicht. Sie woller erst gar nicht glauben, daß
man tatsächlich so abschalten kann.
Das war der Anfang
Von da an nahm das Interesse
am Schach zu. An September 1983 gab ich Schachunterricht im Evangelischen
Gemeindezentrum. Für Kinder und Jugendliche. Ich hatte mich mal mit
dem evangelischen Pfarrer, Herrn Weber unterhalten. Wir kamen auf die Jugendarbeit
zu sprechen und ich sagte dem Sinn nach: "Jugendarbeit ist ein schöne
Sache. Ich würde ja vielleicht auch gerne was tun, das Einzige, was
ich aber könnte, wäre Schachunterricht für Kinder zu geben.
Dafür müßten dann aber schon einige Schachspiele bestellt
werden..."
Gesagt, getan. Pfarrer Weber nahm mich beim Wort. Der Erfolg war groß. Es kamen viele Fischbacher, bestimmt dreiviertel der Kursteilnehmer. Darunter auch Theos Sohn und der war nicht einmal so schlecht.
Irgendeinen Dienstag kamen wir dann mal daruf, daß man doch eigentlich einen Club gründen könnte. Zehn Mann müßten wir doch finden.
Dann begannen wir, die Sache genauer zu machen. Wir regelten die Sache so: Theo ist Mäzen. Er kauft die Spiele, stellte Raum und Heizung, ich mache das technische.
Hin und her, die Mitglieder
in spe wurden schon ungeduldig, bestellten wir die Spiele (erst mal 6 komplette
Sätze und ein Demo-Brett), kündigten im Amtsblatt an, daß
am 1. Mai ein Schachverein gegründet wird und harrten dann am 1. Mai
ab halb zehn im Keller der Dinge, die da kommen sollten.
Sie kamen.
Der Keller war schon gerammelt
voll, als Theo und ich die Spielgarnituren präsentierten. Und natürlich
das Vereinsschild. Handmade by J.K., wie immer.
Gegen zehn Uhr wurde dann, nachdem ich kurz die Ziele und de Zweck eines Schachvereins in Fischbach erläutert hatte, der Verein ausgerufen und damit gegründet. Bereits eine Stunde später wählten 27 Mann den provisorischen Vorstand.
Sofort wurde an allen Brettern Schach gespielt, bis zum Nachmittag hatten wir 38 Mitglieder aufgenommen.
Das hätte auch ich nicht erwartet. Nun eröffneten sich natürlich ganz andere Möglichkeiten. Nun könnte man ja tatsächlich ganz ernsthaft einen Verein mit Mannschaften, vielleicht sogar einer Jugendabteilung und ... und ... und. Aber das lag noch in der Zukunft. Erstmal galt es zu klären, welche Erwartungen diejenigen hatten, die als Mitglieder eingetreten waren.
Die Entwicklung ging weiter. Ende Mai waren wir 47. Am 1. Juli trat Mitglied Nr. 51 ein, im September Nr. 55 und Ende Februar 1985 Nr. 64.
Direkt nach der Gründung veranstalteten wir ein Simultanturnier. Klaus Kehrein, 1. Vorsitzender des Pfälzischen Schachbundes kam dankenswerter Weise zu unserer Veranstaltung. Er spielte gegen 12 Mann und verlor nur 2 Partien. Der Jubel um die beiden Siege war natürlich groß. War es doch unser erster, gegen einen starken auswärtigen Gegner errungener Erfolg.
Am 30. Mai startete die Vereinsmeisterschaft.
Dann meldeten wir uns beim
Schachbund für die neue Punktspielrunde an. Wir waren etwa 15 Personen,
die ernsthaft unter allen denkbaren Umständen Schach spielen wollten.
Da eine Mannschaft in dieser untersten Klasse, in der wir starten mußten
aus 6 Mann besteht, sah ich keine Schwierigkeit, von Anfang an 2 Mannschaften
zu melden. Auch bei den zu erwartenden Niederlagen war doch die gewonnene
Spielpraxis für 12 Mann wesentlich höher einzuschätzen als
das Risiko, ab Saisonmitte vielleicht nur noch eine Mannschaft vollzukriegen.
Mit mir waren alle, die spielen wollten. Dagegen war Theo. Und so wurde
er auch überstimmt.
Das hinterließ eine
Wunde, die nicht mehr richtig zuheilte.
Bis zum 6. Juli fand unser Schachabend immer mittwochs statt. Dann verlegten wir ihn auf Freitag. Mit Gewinn. Es hat sich tatsächlich erwiesen, daß dies besser war.
Unsere Generalprobe für
den Ernstfall legten wir in Eisenberg ab. Wir traten in einem Freundschaftsspiel
gegen eine dortige Auswahl an. Erwartungsgemäß verloren wir.
Im Blättchen stand
"...knapp mit 2:8."
Die erste Runde stellt beide
Mannschaften gegeneinander. Die Erste gewann 3,5:2,5.
Dann kam die erste Begegnung
mit einer fremden Mannschaft. Kurz davor gab ese internen Krach zwischen
Theo und dem Verein. Es war wie bei einer Scheidung. Eine Reihe von Kleinigkeiten
machten uns gegeneinander allergisch. Es wurde nun klar, daß wir
uns trennen würden. Fairerweise ließ und Theo unser erstes Heimspiel
noch im Keller austragen.
In der Zwischenzeit hatten wir das e.V. erhalten, waren also ein ordnungsgemäß eingetragener Verein.
Obwohl die Trennung vom Keller
nun erfolgte, muß man doch eines feststellen: Ohne Theo hätte
es keinen Schachclub in Fischbach gegeben.
Das bleibt sein Verdienst.
Schon bald war klar, daß die beiden hiesigen Gaststätten uns kein Unterstützung, was die Räumlichkeit betraf, gewähren konnten. So gern, wie man uns helfen wollte. Denn wir brauchen relativ viel Platz und auch Ruhe zum Schachspielen. Wir mußten, ob wir wollten oder nicht, alle 8 Wochen sonntags früh um 9 Uhr Räumlichkeiten zur Verfügung haben. Für die Bezirksrunde. Dies war unsere größte Schwierigkeit.
Wir hegten noch eine Hoffnung.
Vielleicht würde es uns gelingen, den Thekenraum der Mehrzweckhalle
in Fischbach nutzen zu dürfen. Daher nahmen wir Kontakt mit dem SV
Fischbach auf. Man verwies uns korrekterweise an den Hallenausschuß.
In dem sind die Gemeinde Fischbach, der Sportverein und der Gesangverein
vertreten. Wir wollten nun als dritter Verein dazu kommen.
Das ging nicht.
Es liegt nämlich ein notariell beglaubigter Vertrag vor, der besagt, daß ein neuer Verein nur dann die Halle mitnutzen darf, wenn er sich paritätisch an den damals entstandenen Baukosten beteiligt. Rückwirkend. So, wie es die beiden anderen Vereine ja schon als Vorleistung erbracht haben. Und dann müßte er natürlich auch ein Drittel der anfallenden jährlichen Unterhaltskosten tragen.
Oder wir mieten die Halle. Dann hätten wir für jeden Schachabend und für jeden Sonntag, an dem wir spielen, 70 Mark zu zahlen. Alles illusorisch.
Doch wir dachten noch ein Stückchen weiter. Die Lösung lag ja nahe. Alle Schachclubs sind dem DSB angeschlossen (denn Schach ist ja Sport, tatsächlich!). Alle Sportvereine auch. Und so kamen wir auf die Idee, daß es vielleicht möglich sein könnte, daß der Schachclub sich dem Sportverein Fischbach anschließt.
Der Sportverein machte uns de gleichen Vorschlag. Es war ja klar: Als eigenständiger Verein konnte sich der Schachclub die Halle nicht leisten. Auf der anderen Seite wollte man den Club schon gerne in Fischbach halten. Man bot uns also an, worauf wir auch schon gekommen waren: Daß wir uns als Abteilung dem SV anschließen. Wir müssen uns allerdings als Verein auflösen und alle Mitglieder, die noch nicht im SV sind, müssen in diesen eintreten. Als eigene Abteilung können wir sogar einen eigenen Namen führen, allerdings nicht mehr "Kellerschach". Unsere Eigenständigkeit, auf die wir ja soviel Wert legten, bliebe also erhalten.
Man setzte sich also offiziell zusammen und handelte folgende Punkte aus: