[Schachzeitung 1989]

Schach der Polizei

Keine Angst hatte Jürgen Kühle

Seit ungefähr anderthalb Jahren arbeitet der Abt.-Leiter Schach bei der Bereitschaftspolizei in Enkenbach. Dort gehört er zum zivilen Personal. Anfangs bekam er von dem, was dort sportmäßig läuft, nicht soviel mit, er mußte sich ja noch einarbeiten. Aber dann.

So wurde ihm bekannt, daß es in grauer Vorzeit in der Polizeischule mal eine "Neigungsgruppe Schach" gegeben hat. Vorsichtige Sondierungsversuche bei interessierten Stellen ergaben eine gewisse Bereitschaft, in dieser Hinsicht wieder aktiv zu werden. Also kam man im Oktober des vergangenen Jahres zu der Ansicht, daß es gelingen würde, in der Polizeischule 8 gute Schachspieler zusammenzubekommen, um gegen den Schachclub ein Freundschaftsspiel bestreiten zu können. Der für solche Ideen immer aufgeschlossene Friseurmeister Jürgen Jutzi, besser bekannt als Der Barbier in Hochspeyer, stiftete spontan einen Pokal und am 30. November fand das Match bei uns in der Mehrzweckhalle Fischbach statt. Im letzten Moment kam noch ein Einsatz dazwischen, den Polizisten fehlten daher 2 Spieler, also spielten wir 6 gegen 6. In Nullkommanichts lagen wir 0:2 und 1:3 zurück, der Clubmeister rettet uns dann noch das Unentschieden.

Das erfreuliche Ergebnis daraus was, das es ein Rückspiel geben mußte, der Pokal war ja schließlich von niemandem errungen worden.

"Bei Euch lohnt es sich, einen Pokal zu stiften, da hat man wenigstens was von", so Jürgen Jutzi, der sich über weitere Berichte im Amtsblatt natürlich freut. Am 25. April, also lange nach Redaktionsschluß ist der nächst Gang. Diesmal spielen wir auswärts. Egal wie das endet, auch wenn es wieder nur ein Remis gibt, der Pokal wird vergeben. Zur Not wird er eben nicht ausgespielt, sonder ausgetrunken.