Zur Verstärkung der ersten Mannschaft holten wir unseren Clubmeister Al Walker aus der zweiten (als Ersatz für Isigkeit). Außerdem erhielt Christoph Bauer eine Bewährungschance. Dafür sollte Kühle die Zweite zu neuen Ruhmestaten führen. Natürlich würde es für Christoph kein Zuckerschlecken in der höheren Klasse werden, aber die Erfahrungen, die er hier sammeln kann, sollten es allemal wert sein.
An der Brettern drei und vier: Alexander Helf und Al Walker. Alexander hatte die letzte Saison ziemlich vergeigt und brannte jetzt auf Revanche (wir wollen nicht vorgreifen, aber diese Saison stellte alle Erwartungen in den Schatten). Al Walker sollte zeigen, ob er seine Rolle als DWZ-stärkster Spieler gerecht werden kann.
An Brett fünf und sechs ebenfalls zwei alte Hasen: Stefan Uhrmacher und Jonas Hoffmann. Jonas war bisher für seine Neigung bekannt, in besserer Stellung Remis anzubieten, was den Käpt'n gelegentlich zur Verzweiflung treibt.
Und an den letzten beiden Brettern: Christoph Bauer und Gerhard Erlbach. Mit der zweiten Mannschaft konnten wir außerdem auf ein ausreichendes Reservoir an Ersatzspielern zurückgreifen (Kühle, Fauss, Ostermann, Georg Bauer).
Auswärtsspiele in Kibo sind besonders gefürchtet, weil die Kibo'er ihre stärkste Geheimwaffe zum Einsatz bringen können: ihren Kanonenofen. Richtig beheizt sorgt die Höllenmaschine dafür, daß die Spieler am achten Brett in behaglicher Sauna-Atmosphäre braten, während den Spielern am ersten Brett die Finger an den Bauern festfrieren. Das Glück meinte es gut mit uns und ein herrlicher Spätsommertag sorgte dafür, daß das gefürchtete Gerät nicht zum Einsatz kam.
Trotz Ersatzschwäche (Kühle mußte für Bauer einspringen), standen die Zeichen nicht schlecht für uns: Kühle, Erlbach, Helf und Schäfer konnten ihre Gegner bezwingen und Hoffmann durfte ausnahmsweise mit Genehmigung des Käptn's Remis machen. Damit war die Sensation perfekt: wir hatten Kibo zum zweiten Mal geschlagen! Uhrmacher und Stritzke rundeten das Ergebnis weiter auf, nur Al mußte sich geschlagen geben. Ein Auftakt nach Maß also. Aber die nächste Herausforderung wartete schon auf uns in Gestalt von...
Und so kam es, daß wir nicht nur erwartungsgemäß an den ersten beiden Brettern eingingen, sondern auch an den hinteren. Alexander konnte eine hoffnungslos geglaubte Partie noch einmal herumreißen, Al setzte wie so oft alles auf eine Karte -- und gewann. Aber das war nur Kosmetik am verdienten Endstand. Christoph konnte in seinem ersten Spiel einen halben Punkt einfahren, leider sollte es auch für lange Zeit der letzte sein...
Walker und Hoffmann holten 0 (in Worten: Null) Punkte und das Gärtnerduo Uhrmacher / Erlbach je einen halben. Christoph hatte wenig Chancen gegen einen deutlich stärkeren Gegner. Damit entglitt uns der sicher geglaubte Sieg doch noch.
Die Mehlinger (nicht unbedingt die stärkste Mannschaft der Runde - ohne ihnen zu nahe zu treten) holten mit gerade mal 7 Mann unglaubliche 5½ Punkte! Die letzten fünf Bretter gingen komplett nach Mehlingen, selten hatten wir auf so breiter Linie versagt. Helf (kampflos), Stritzke und Walker (remis) vermieden das Schlimmste. Die Partie von Erlbach gegen Eisenstein wird sicher in die Annalen eingehen (als abschreckendes Beispiel, versteht sich).
Nach den letzten beiden Spielen (nur ein magerer Punkt) konnten wir unsere Aufstiegshoffnungen begraben.
Beim Stand von 4:3 schien uns der Sieg dennoch sicher: Clocki (A**master S**f**) mußte sein Endspiel remis halten, verlor aber die Nerven und schenkte somit den Postlern einen nicht ganz verdienten Punkt. Zwei Punkte aus den letzten vier Spielen sind definitiv zuwenig, und jetzt mußte sich etwas ändern, wenn wir nicht gegen den Abstieg spielen wollten.
Helf setzte seine schier unglaubliche Siegesserie fort (5 Punkte aus 5 Spielen, plus ein kampfloser), Schäfer blieb dicht dahinter (5 aus 6) und auch an den letzten Brettern lief es wie am Schnürchen. Georg Bauer sprang in letzter Minute für Uhrmacher ein und sein Einsatz wurde mit einem ganzen Punkte belohnt! Leider mußte sich dafür sein Bruder Christoph zwei Bretter weiter oben opfern.
Aber eine Mannschaft besteht ja bekanntlich aus acht Spielern, der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten (naja, nicht ganz: eine Schachpartie dauert bis zu sechs Stunden). Außerdem hatten die Banner bisher schon sechs Punkte abgegeben.
Also fuhren wir mit der leisen Hoffnung nach Bann, an den hinteren Brettern ein paar Pünktchen zu stibitzen. Das gelang uns auch tatsächlich (zwei Punkte durch Erlbach, Hoffmann und Uhrmacher). Womit aber niemand in seinen kühnsten Träumen gerechnet hätte, ereignete sich an den vorderen Brettern: Stritzke und Helf hielten ihre Partien remis, Walker und Schäfer gewannen! Dessen Gegner konnte es gar nicht fassen und spielte bis kurz vorm Matt. Das änderte aber nichts daran, daß wir den haushohen Favoriten auf eigenem Platz geschlagen hatten!
Mit einem Sieg gegen Eisenberg konnten wir uns noch auf den dritten Platz vorschieben, hinter uns lauerte aber schon Bann! Es ging aber alles gut: Erlbach, Walker und Uhrmacher gewannen souverän, ebenso souverän hielten Bauer und Hoffmann ihre Partien remis (Schäfer gewann kampflos). Somit schafften wir also doch noch einen ganz ordentlichen Saisonabschluß.
In der nächsten Saison dürften wir neben Kibo, Bann und Eisenberg zu den Favoriten der Klasse gehören. Alle drei haben wir in diesem Jahr geschlagen und wenn wir diese Form auch gegen schwächere Gegner halten können, ist der Aufstieg wirklich keine Utopie!
Die größte Überraschung in diesem Jahr war das Abschneiden von Gerhard Erlbach (6½ Punkte aus 8 Spielen) und von Alexander Helf (5½ aus 7 + einmal kampflos).
Peter Schäfer erfüllte ebenfalls die Erwartungen (6 aus 7 + 1 kampflos). Al Walker (5 aus 9) und Kai-Udo Stritzke (4 aus 9) hielten sich gegen oft stärkere Gegner auch ganz wacker.
Eine weniger gute Saison erwischten Jonas Hoffmann (3½ aus 8) sowie Stefan Uhrmacher (3 aus 8).
Christoph Bauer (1 aus 8) läßt sich nach seinem ersten Jahr in dieser Klasse hoffentlich nicht entmutigen, schließlich mußte hier jeder schon Lehrgeld zahlen.