Ein Meilenstein in der Geschichte des Schachclubs war wohl das Weihnachtsturnier vom 14. Dezember 1984. Schon Wochen vorher wurden die Preise besorgt und die Teilnehmer meldeten sich an. Eine angenehme Aufregung, die sich von Schachfreitag zu Schachfreitag steigerte, ging um. Es soll auch noch einige gegeben haben, die vor dem Turnier noch fieberhaft Schachtaktik lernten, weil sie das tolle Onyx-Schachspiel (Figuren mit Brett hatten zusammen einen Wert von ca. 200,-- DM) gewinnen wollten. Dieses Spiel stiftete unser Schachfreund Heiner Berker aus Hochspeyer. Donnerwetter! Dieses Schachspiel war der heißumkämpfte Hauptpreis des Abends. Doch das Lernen hatte überhaupt nichts genutzt, denn man hatte sich geeinigt, die Preise zu verlosen. Die Rangfolge beim Turnier war nur insofern interessant, weil der Turniersieger als erster in den als Lospott dienenden Pokal greifen durfte. Danach der zweite, dritte, usw.
Aber es gab ja noch viele andere tolle Preise: Gutscheine vom Gasthof Bauer, vom Gasthof Weber-Stork, eine Reihe von Preisen von der Kreissparkasse, die auch den Pokal stiftete und von unserem großen Gönner Jürgen Jutzi, dem Inhaber des Frisiersalons "Zum Barbier". Für alle diese uns freundlicherweise zur Verfügung gestellten Preise bedanken wir uns noch einmal recht herzlich.
So, nun aber wieder zurück zum Turniergeschehen.
Als erstes wurden 4 Gruppen ausgelost, in jede Gruppe kamen 5 Spieler, die zuerst die Rangfolge unter sich ausmachen mußten. Die Gruppensieger, die -zweiten, -dritten usw. von A und B und von C und D mußten danach feststellen, wer in die Endspiele kam. Danach gab es folglich 2 Gruppensieger, den der Gruppen A+B, den der Gruppen C+D. Die machten dann die Endspiele. Es ging ja schließlich, bis runter zum 20. Platz um die Reihenfolge, in der man in den Lostopf greifen durfte. Gespielt wurde im Blitzturnierstil, jeder Spieler hatte 10 Minuten für eine Partie.
Während sich nun die einen die Köpfe zerbrachen und Schach spielten, stärkten sich andere mit einer Sauerkrautsuppe, die Rita Kühle gemacht hatte. Die Suppe war spitzenmäßig pikant, so daß der Getränkekonsum in der Halle an diesem Abend auf 70% über den Durchschnitt stieg. Nachdem sich alle mindestens einmal einen Teller Suppe unter die Oberlippe geschoben hatten, ging es um die "Wurscht". Die Endspiele waren komplett und konnten ausgetragen werden. Bis kurz vor Mitternacht rauchten die Köpfe, dann stand der Sieger fest: Jürgen Kühle, unser Vorstand. Für ihn wurde es besonders schwierig. Er konnte nämlich nochmal wählen: Nahm er den ersten Preis, die Doppel-LP "Chess", ein Musical über Schach, oder griff er in den Lostopf und gewann (womöglich) das Onyxspiel? Er ging das Risiko ein, griff in den Pott und gewann - zwei Pils beim Bauer Leo!
Der Zweite nahm die Platte und von da an steigerte sich die Spannung mit jedem Los, das gezogen wurde, ins Unermeßliche. Und die Nerven wurden auf eine harte Probe gestellt, denn erst Alexander Helf, als Vorletzter ziehend, zog das große Los!
Um dann der erschöpften Schachkasse eine kleine Stärkung zukommen zu lassen, wurde ein Teil der restlichen Preise versteigert. Als Draufgabe spendete Fritz Engelskircher großzügigerweise einen frisch geschossenen hasen, der einem Feinschmecker immerhin 26,-- DM wert war.
Dann wurde Schach gespielt bis in den frühen Morgen.
Die Feier war ganz herrlich, zum Schluß gibt es nur noch einen Punkt, den ich bemängeln möchte: Obwohl Weihnachten vor der Tür stand, es war ja auch eine Weihnachtsfeier, beleuchtete nur eine einzige, armselige Kerze die Szenerie. Keine Tanne war geschmückt, überhaupt nichts. Auch ein Novum für eine Weihnachtsfeier.